28.08.2021 | Köln

Stillachhaus-Campus Akademie Symposium in Köln

„50 Shades of…“ – Spielarten der Sexualität und Geschlechtsidentität

Referenten: Dipl.-Psych. Stefanie Verfürth | Psychologische Psychotherapeutin und zertifizierte Sexualberaterin der DGfS und Dr. med. Jörg Signerski | Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zertifizierter Sexualmediziner und Sexualtherapeut der DGfS

Die Veröffentlichung und Verfilmung des Bestsellers „Fifty Shades of Grey“ hat ungewöhnlichen sexuellen Praktiken, wie BDSM, in den letzten Jahren zunehmend zur Bekanntheit verholfen und die Szene aus der „Schmuddelecke“ herausgeholt. Es trauen sich immer mehr Menschen ungewöhnliche sexuelle Vorlieben und Praktiken (Kinks) auszuleben, aber auch das Thema Transgender erlebt in den letzten Jahren einen zunehmenden „Hype“.
Als Psychotherapeuten begegnen wir im Berufsalltag Menschen mit verschiedensten sexuellen und geschlechtlichen Orientierungen und Vorlieben, die im Alltag häufig schweren Vorurteilen und Ungleichbehandlung ausgesetzt sind. Gerade im psychotherapeutischen Kontext ist es wichtig, einen wertschätzenden Umgang mit unseren Patienten zu pflegen – ganz unabhängig von seiner Sexualität und Geschlechtsidentität! Bei ausgefalleneren sexuellen Spielarten kann man jedoch schnell überfordert mit den vielen verschiedenen Begrifflichkeiten, Konzepten und dem Umgang sowie ggf. der Behandlung von Menschen mit Paraphilien oder „Störungen der Geschlechtsidentität“ sein.
Wir möchten Sie in diesem Seminar mit dargestellten Fallbeispielen dazu anregen, die Moral und „Normativität“ von Sexualität zu hinterfragen. Wir möchten Ihnen einen Überblick über die Vielfalt von Sexualität und Geschlechtlichkeit geben, das Thema Transidentität vertiefen und auf Paraphilien und deren „Behandlung“ eingehen.

„Let’s talk about Sex“ – Sexualität in der Psychotherapie

Referenten: Dipl.-Psych. Stefanie Verfürth | Psychologische Psychotherapeutin und zertifizierte Sexualberaterin der DGfS und Dr. med. Jörg Signerski | Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zertifizierter Sexualmediziner und Sexualtherapeut der DGfS

Sexualität kann eine wichtige Rolle in der Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Erkrankungen spielen oder ist selbst oft in Folge psychischer Erkrankungen verändert. Zugleich kann eine zufriedenstellende Sexualität als Ressource im Leben genutzt werden und zur Heilung der psychischen Probleme beitragen. Als Tabuthema in unserer Gesellschaft bestehen auch im psychotherapeutischen Kontext häufig große Hemmungen, über Sexualität zu sprechen – sowohl seitens unserer Patienten als auch der Therapeuten. Vielfach fühlen sich die Therapeuten mit dem Thema unsicher und sexualtherapeutische Themen sind im Fort- und Weiterbildungssektor häufig unterrepräsentiert.
Mit diesem Vortrag möchten wir Sie als Therapeuten dazu ermutigen, mehr mit Ihren Patienten über Sexualität zu sprechen und unbefangen mit sexuellen Themen in der Therapie umzugehen. Wo sonst sollten Patienten über ihre intimsten Gedanken und Ängste reden, wenn nicht unter dem Schutz einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung?! Es braucht keine umfangreiche sexualtherapeutische Zusatzausbildung, um seinen Patienten mit sexuellen Problemen weiterhelfen zu können. Wir möchten Ihnen zeigen, wie Sie mit einer offenen Haltung, Vermittlung von Grundlagenwissen, Aufklärung von Mythen und Glaubenssätzen, aber auch kleinen Tipps Ihren Patienten unwahrscheinlich viel Entlastung und Verbesserung ihrer Sexualität ermöglichen!
Wir möchten mit Ihnen den sexuellen Sprachwortschatz trainieren, Hintergrundwissen über Sexualität vermitteln, Mythen aufklären, Grundzüge einer Sexualanamnese darstellen sowie anhand dargestellter Fallbeispiele auf sexuelle Probleme bei psychischen Erkrankungen eingehen und abschließend einen kurzen Überblick über Pharmakotherapie und deren Einflüsse auf Sexualität geben.
(In diesem Vortrag werden wir nicht auf die sexuellen Funktionsstörungen eingehen. Dazu verweisen wir auf den Online-Vortrag mit dem Thema „Einführung in die Sexualpsychotherapie“!)

Was stresst, was schützt? Zur Neurobiologie der sozialen Beziehung

Referent: Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Markus Heinrichs | Ordinarius für Psychologie und Leiter der „Psychotherapeutischen Hochschulambulanz für stressbedingte Erkrankungen“, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Stress ist allgegenwärtiger Bestandteil unseres Alltags: Wir sind im Stress, wir leiden unter Stress, wir möchten Stress abbauen. Neben diesem populären Gebrauch des Stressbegriffs stellen psychosoziale Belastungen Risikofaktoren für die Entstehung und Aufrechterhaltung zahlreicher psychischer, psychosomatischer und somatischer Erkrankungen dar. Umfangreiche Studien der letzten Jahre können zeigen, dass vor allem positive soziale Beziehungen und soziale Unterstützung zu den mächtigsten Schutzfaktoren gegen Stress und stressbedingte Erkrankungen zählen.

Psychosomatische Diagnostik im Spannungsfeld zwischen Innerer Medizin, Neurobiologie und Psychoanalyse

Referent: Dr. med. Robert Willi | Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Die diagnostische Abklärung von körperlichen Symptomen unklarer Herkunft stellt Ärzte und Psychologen regelmäßig vor große Herausforderungen. Dabei bewegt sich die psychosomatische Diagnostik inhaltlich zwischen den üblichen Disziplinen da für die Diagnosestellung sowohl ärztliche als auch psychotherapeutische Fachkenntnisse erforderlich sind. Die derzeit gültigen Diagnosesysteme der ICD-10 bzw. DSM-V stellen bei der Diagnose von psychosomatischen Symptomen nur eine begrenzte Hilfe dar. So werden die psychosomatischen Symptomenbilder dort zwar deskriptiv beschrieben, auf eine ursächliche Zuordnung wird dort aber – aus guten Gründen – verzichtet. Die traditionellen psychoanalytischen Erklärungsmodelle können für das Verständnis von psychosomatischen Symptomen sehr hilfreich sein, bergen in der Diagnostik aber oft das Risiko der Spekulation. Auch die aktuellen verhaltenstherapeutischen bzw. verhaltensmedizinischen Konzepte haben sich in Diagnostik und Behandlung von psychosomatischen Symptomen bewährt, schützen aber auch nur begrenzt vor Fehldiagnosen. Moderne neurobiologische Diagnosemethoden haben bisher ebenfalls keine wesentlichen Verbesserungen gebracht. Im Vortrag werden deshalb Wege einer seriösen Diagnosestellung bei psychosomatischen Symptomen aufgezeigt. Die Darstellung erfolgt anhand von ausgewählten Fällen aus der Praxis für die Praxis. Die im Vortrag dargestellten Fallbespiele stammen aus 10 Jahren Kliniktätigkeit in Innerer Medizin, Dermatologie, Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.

Buchungscode: Sym 5

Veranstaltungsort
Hilton Cologne
Marzellenstraße 13-17
50668 Köln
www.cologne.hilton.com
0221 / 130 71 – 0

Teilnahmegebühr
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 250,- Euro (inkl. MwSt.). Speisen und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Für das Symposium werden bei der Landesärztekammer Nordrhein 9 CME-Punkte beantragt.

Wissenschaftliche Leitung
Dr. med. Jörg Signerski

Zeitplan

09:00 – 09:30 Uhr
Akkreditierung und Begrüßung
Frühstückssnack

09:30 – 11:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dipl.-Psych. Stefanie Verfürth und Dr. med. Jörg Signerski

11:00 – 11:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
kurze Pause
gesunder Energysnack

11:15 – 12:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dipl.-Psych. Stefanie Verfürth und Dr. med. Jörg Signerski

12:45 – 13:30 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
Lunch
3-Gänge-Menü

13:30 – 15:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Markus Heinrichs

15:00 – 15:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
kurze Pause
Nachmittagssnack

15:15 – 16:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. med. Robert Willi

16:45 – 17:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
Verabschiedung