26.06.2021 | Freiburg

Stillachhaus-Campus Akademie Symposium in Freiburg

Psychotherapie suizidaler Patienten: Mythen vs. Fakten

Referent: PD Dr. Tobias Teismann | Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie, Ruhr-Universität Bochum. Geschäftsführender Leiter des Zentrums für Psychotherapie, Ruhr-Universität Bochum

In Deutschland sterben pro Jahr in etwa 10.000 Menschen an einem Suizid. Die allermeisten Suizide werden im Kontext psychischer Erkrankungen vollzogen. Entsprechend ist die Auseinandersetzung mit Suizidwünschen, -plänen, -versuchen und Suiziden ein häufiges Thema klinisch-therapeutischen Handelns, welches eine besondere klinische, ethische und juristische Verantwortung mit sich bringt. Mythen zum Thema Suizidalität stehen effektivem therapeutischen Handeln jedoch vielfach entgegen. Im Vortrag sollen solche Mythen benannt und konterkariert werden, die für die alltägliche, therapeutische Arbeit von Relevanz sind: Im Einzelnen wird es um Mythen rund um die Risikoabschätzung, Krisenintervention und Psychotherapie suizidaler Patienten gehen.

Was stresst, was schützt? Zur Neurobiologie der sozialen Beziehung

Referent: Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Markus Heinrichs | Ordinarius für Psychologie und Leiter der „Psychotherapeutischen Hochschulambulanz für stressbedingte Erkrankungen“, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Stress ist allgegenwärtiger Bestandteil unseres Alltags: Wir sind im Stress, wir leiden unter Stress, wir möchten Stress abbauen. Neben diesem populären Gebrauch des Stressbegriffs stellen psychosoziale Belastungen Risikofaktoren für die Entstehung und Aufrechterhaltung zahlreicher psychischer, psychosomatischer und somatischer Erkrankungen dar. Umfangreiche Studien der letzten Jahre können zeigen, dass vor allem positive soziale Beziehungen und soziale Unterstützung zu den mächtigsten Schutzfaktoren gegen Stress und stressbedingte Erkrankungen zählen.

Smart Therapy – Digitale Gesundheitsanwendungen in der Psychotherapie

Referent: Dr. Lasse B. Sander, Dipl.-Psych., PP (Verhaltenstherapie)
Psychologischer Psychotherapeut (VT) | Akademischer Rat einer Forschungsgruppe zu E-Mental-Health an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Technologiebasierte Verfahren zur Diagnostik, Behandlung und Prävention von psychischen Störungen finden in den letzten Jahren eine zunehmende Verbreitung. Ende 2020 sind Digitale Gesundheitsanwendungen (DIGA) auch in der psychotherapeutischen Regelversorgung in Deutschland angekommen. Darüber hinaus sind zahlreiche selbstzahlungspflichtige Programme sowie Online-Trainings von einzelnen Krankenkassen im Umlauf. Dabei ist dieses Feld aufgrund einer erheblichen Dynamik und Innovationskraft mit zahlreichen neuen Entwicklungen in kurzer Zeit von einer erheblichen Unübersichtlichkeit geprägt.
Dieser Vortrag gibt einen Überblick über den aktuellen Stand und zukünftige Entwicklungen von DIGA für psychische Störungen und gibt Hilfestellung zu dessen Integration in die psychotherapeutische Praxis. Es werden ausgewählte Interventionsplattformen sowie Apps vorgestellt, der Prozess der Indikationsstellung für DIGA dargestellt sowie deren aktuelle wissenschaftliche Evidenz erörtert.

Chronische Schmerzen – Umgang mit dem Ungeliebten

Referent: Dr. med. Colin Schmidt | Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Facharzt für Anästhesiologie
Chefarzt Stillachhaus Privatklinik

Mehr als 12 Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Schmerzen. Auch im Zeitalter der Hochleistungsmedizin dauert es nicht selten mehrere Jahre bis zur korrekten Diagnosestellung und Initiierung einer adäquaten Therapie. Chronische Schmerzstörungen sind daher ein großes gesellschaftliches Problem in Deutschland – das für Betroffene und deren Angehörige oft ein schweres Leiden und für die Medizin eine enorme Herausforderung darstellt. Häufig fühlen sich nicht nur Betroffene, sondern auch Helfende überfordert und hilflos, was immer wieder zu unnötigen, z.T. auch schädigenden diagnostischen Maßnahmen, Medikamenten-Verordnungen und invasiven Therapien führt. Darüber hinaus erleben sich viele der chronischen Schmerzpatienten in unserem Medizinsystem nicht genügend ernst genommen bzw. von ihrem sozialen Umfeld nicht ausreichend verstanden, was in einer Negativspirale aus Resignation, sozialen Rückzugstendenzen und weiterer Schmerzverstärkung, aber auch psychischen Komorbiditäten wie Medikamentenmissbrauch und Depression münden kann.
Auf der anderen Seite hat sich das Wissen hinsichtlich multifaktorieller Prozesse der Schmerzchronifizierung – mit Wechselwirkungen zwischen somatischen, psychischen und sozialen Faktoren – sowie erfolgreicher Behandlungsmethoden deutlich erweitert. Neben modernen Therapieansätzen beschäftigt sich der Vortrag auch mit wichtigen kommunikativen Aspekten, Erwartungs-, Placebo- bzw. Noceboeffekten und gibt praktische Empfehlungen für einen vertrauensfördernden und hilfreichen Umgang mit chronischen Schmerzpatienten.

Buchungscode: Sym 2

Veranstaltungsort
Mercure Hotel PANORAMA Freiburg
Wintererstraße 89
79104 Freiburg im Breisgau
www.accor.com
0761 / 51030

Teilnahmegebühr
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 250,- Euro (inkl. MwSt.). Speisen und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Für das Symposium werden bei der Landesärztekammer Baden-Württemberg 9 CME-Punkte beantragt.

Wissenschaftliche Leitung
Dr. med. Colin Schmidt

Zeitplan

09:00 – 09:30 Uhr
Akkreditierung und Begrüßung
Frühstückssnack

09:30 – 11:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit PD Dr. Tobias Teismann

11:00 – 11:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
kurze Pause
gesunder Energysnack

11:15 – 12:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Markus Heinrichs

12:45 – 13:30 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
Lunch
3-Gänge-Menü

13:30 – 15:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. Dipl.-Psych. Lasse B. Sander

15:00 – 15:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
kurze Pause
Nachmittagssnack

15:15 – 16:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. med. Colin Schmidt

16:45 – 17:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
Verabschiedung