22.02.2020 | Stuttgart

Stillachhaus-Campus Akademie® Symposium in Stuttgart

CME Zertifikat

Für das Symposium in Stuttgart werden 9 CME-Punkte bei der Landesärztekammer Baden-Württemberg beantragt.

Chronische Schmerzen – Umgang mit dem Ungeliebten

Referent: Dr. med. Colin Schmidt | Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Facharzt für Anästhesiologie, Chefarzt Stillachhaus Privatklinik

Mehr als 12 Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Schmerzen. Auch im Zeitalter der Hochleistungsmedizin dauert es nicht selten mehrere Jahre bis zur korrekten Diagnosestellung und Initiierung einer adäquaten Therapie. Chronische Schmerzstörungen sind daher ein großes gesellschaftliches Problem in Deutschland – das für Betroffene und deren Angehörige oft ein schweres Leiden und für die Medizin eine enorme Herausforderung darstellt. Häufig fühlen sich nicht nur Betroffene, sondern auch Helfende überfordert und hilflos, was immer wieder zu unnötigen, z.T. auch schädigenden diagnostischen Maßnahmen, Medikamenten-Verordnungen und invasiven Therapien führt. Darüber hinaus erleben sich viele der chronischen Schmerzpatienten in unserem Medizinsystem nicht genügend ernst genommen bzw. von ihrem sozialen Umfeld nicht ausreichend verstanden, was in einer Negativspirale aus Resignation, sozialen Rückzugstendenzen und weiterer Schmerzverstärkung, aber auch psychischen Komorbiditäten wie Medikamentenmissbrauch und Depression münden kann.
Auf der anderen Seite hat sich das Wissen hinsichtlich multifaktorieller Prozesse der Schmerzchronifizierung – mit Wechselwirkungen zwischen somatischen, psychischen und sozialen Faktoren – sowie erfolgreicher Behandlungsmethoden deutlich erweitert. Neben modernen Therapieansätzen beschäftigt sich der Vortrag auch mit wichtigen kommunikativen Aspekten, Erwartungs-, Placebo- bzw. Noceboeffekten und gibt praktische Empfehlungen für einen vertrauensfördernden und hilfreichen Umgang mit chronischen Schmerzpatienten.

Männergesundheit – Was hindert Männer daran, sich gesund zu verhalten?

Referent: Prof. Dr. Jürgen Margraf | Alexander von Humboldt-Professur für klinische Psychologie und Psychotherapie, Ruhr-Universität Bochum

Obwohl Gesundheit allgemein als das höchste Gut gilt und die meisten Menschen wissen, dass Faktoren wie Bewegung, Ernährung und psychisches Gleichgewicht dafür von größter Bedeutung sind, werden die Empfehlungen viel zu selten und dann viel zu spät in die Tat umgesetzt. Dies gilt insbesondere für Männer, die nach wie im Durchschnitt deutlich früher sterben als Frauen. Paradoxerweise wird jedoch gerade die Männergesundheit in Medizin und Psychotherapie oft als Stiefkind behandelt. In Forschung und Praxis wird Gesundheit nach wie vor meist “geschlechtsblind” betrachtet. Sofern überhaupt geschlechtsspezifische Aspekte angegangen werden, steht die Frauengesundheit im Vordergrund, zumal Frauen ein deutlich ausgeprägteres Inanspruchnahmeverhalten zeigen. Der Vortrag behandelt die wichtigsten Gründe für das Versagen von Männern beim Thema Gesundheit und gibt Empfehlungen für deren Überwindung. Damit wird ein vernachlässigtes Thema erörtert, das nicht nur für Männer von Bedeutung ist.

ACT – Akzeptanz- und Commitment-Therapie – Ein Überblick mit Übungen

Referentin: Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Nicole Bührsch | Psychologische Psychotherapeutin, Fliedner Klinik Berlin

Von Rigidität zur Flexibilität, vom sich besser fühlen zum besser fühlen – damit können wesentliche Aspekte der Akzepttanz- und Commitment-Therapie (ACT) auf in eine kurze Formel gebracht werden. ACT gehört zu den 3. Welle Verfahren der Verhaltenstherapie und ist ein störungsübergreifender Ansatz. ACT schlägt einen Bogen zwischen der nicht bewertenden Annahme inneren Erlebens über die Achtsamkeit und Gegenwärtigkeit im Hier und Jetzt zur Fähigkeit (wieder) engagiert zu Handeln im Sinne der persönlichen, individuellen Werte. ACT bewegt sich weg von einer oft eher defizit-orientierten Symptomreduktion als Mittelpunkt der Therapie und hin zu einer an den individuellen Wertevorstellungen ausgerichteten ganz konkreten Entwicklung von Lebenszielen und daran ausgerichteter Handlungsentwicklung. Es geht um die selbstfürsorgliche und selbstakzeptierende Annahme auch schwieriger Emotionen und Kognitionen und die Aufgabe von Vermeidung, um ein selbstbestimmtes Leben wieder aufnehmen zu können. Es geht darum, aus dem inneren Aber ein Und machen zu können. In Rahmen des Vortrags werden die wesentlichen Aspekte von ACT und die besondere Haltung gegenüber den Patienten und Symptomen aufgegriffen. ACT ist eine sehr erlebnisorientierte Therapieform, somit ist auch der Vortrag mit der Möglichkeit zur persönlichen Erfahrung verbunden.

Wozu das alles? Therapeutische Antworten auf existenzielle Fragen

Referent: Dipl.-Psych. Fabian Chmielewski | Psychologischer Psychotherapeut, Supervisor und Dozent

Sinnstiftende Interventionen wirken sich positiv auf die psychische Gesundheit aus. Dagegen kann der Verlust von Sinn lebensgefährlich sein. Sinnkrisen stellen oft mehr als nur eine Begleiterscheinung psychischer Erkrankung dar: Sie bieten die Chance, die bisherige Lebensführung und die Zukunftsplanung zu überdenken. Sinnstiftende Interventionen können auch außerhalb von krisenhaften Situationen eine Bereicherung sein. Der Vortrag soll TherapeutInnen für existenzielle Themen und die damit verbundenen Chancen sensibilisieren und sie ermutigen, sich in der Behandlung gemeinsam mit ihren PatientInnen auch den größten Fragen des Lebens zu stellen. Geboten wird ein pragmatisches Rahmenmodell, das wissenschaftliche und philosophische Hintergründe verbindet. Schulenübergreifend werden Interventionen für den therapeutischen Alltag abgeleitet.

Veranstaltungsort
Steigenberger Graf Zeppelin
Arnulf-Klett-Platz 7
70173 Stuttgart
www.steigenberger.com
0711 2048-0

Teilnahmegebühr
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 200,- Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Für das Symposium werden bei der Landesärztekammer Baden-Württemberg 9 CME-Punkte beantragt.

Zeitplan

09:30 – 10:00 Uhr
Akkreditierung und Begrüßung

10:00 – 11:30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. med. Colin Schmidt

11:30 – 11:45 Uhr
kurze Pause

11:45 – 13:15 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Jürgen Margraf

13:15 – 14:00 Uhr
Lunch

14:00 – 15:30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Nicole Bührsch

15:30 – 15:45 Uhr
kurze Pause

15:45 – 17:15 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dipl.-Psych. Fabian Chmielewski

17:15 – 17:30 Uhr
Verabschiedung