21.11.2020 | Hamburg

Stillachhaus-Campus Akademie® Symposium in Hamburg

CME Zertifikat

Für das Symposium in Hamburg werden 9 CME-Punkte bei der Landesärztekammer Hamburg beantragt.

Über das eigene Denken denken – Einführung in die Grundlagen der metakognitiven Therapie (MCT)

Referentin: Dr. med. Franziska van Hall | Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Ärztliche Direktorin Stillachhaus Privatklinik

Gedanken sind meist flüchtige, kurzfristige Phänomene. Dennoch können sie unser emotional-seelisches und auch körperliches Wohlbefinden maßgeblich beeinflussen. Insbesondere psychische Erkrankungen lassen sich dahingehend beschreiben, in welchem Ausmaß bestimmte Gedanken immer wieder durchgegangen, vertieft und bearbeitet werden, beispielsweise im Rahmen von Grübelschleifen, Sich-Sorgen und Monitoring (kognitives Aufmerksamkeitssyndrom = CAS). Bei der Auswahl und Steuerung dieser Denkmuster sind die sogenannten Metakognitionen sehr bedeutsam. Gemeint ist die Auseinandersetzung mit und Beziehung zu unseren inneren kognitiven Prozessen: Das Denken über das eigene Denken. Vor dem Hintergrund des heutigen Wissens, dass Metakognitionen Krankheit besser prädizieren als Kognitionen, entwickelte Adrian Wells die Metakognitive Therapie. Wesentliche Ziele der MCT sind die Beseitigung des kognitiven Aufmerksamkeitssyndroms (CAS), eine Modifizierung dysfunktionaler metakognitiver Überzeugungen und die Verbesserung metakognitiver Kontrolle. Bisherige Studien bieten Evidenz für eine rasche und nachhaltige klinische Wirksamkeit vom MCT bei zahlreichen psychischen Erkrankungen. Im Vortrag werden erste Grundlagen der MCT vermittelt und wesentliche Techniken wie Losgelöste Achtsamkeit, Einsatz von Metaphern und Aufmerksamkeitstraining vorgestellt.

Wenn Angst zur Krankheit wird…

Referent: Prof. Dr. Jürgen Margraf | Alexander von Humboldt-Professur für klinische Psychologie und Psychotherapie, Ruhr-Universität Bochum

Was haben Goethe, Freud und Brecht gemeinsam? Sie alle litten unter einer Angststörung. Übermäßige Ängste von Krankheitswert betreffen aber nicht nur berühmte Künstler und Wissenschaftler, sondern stellen weltweit die häufigste Form psychischer Störungen dar. Ohne professionelle Hilfe führen sie für die Betroffenen wie ihre Angehörigen i.d.R. zu massiven Beeinträchtigungen der Lebensqualität. Derartige Folgeprobleme stellen wiederum selbst eine Belastung dar. So kommt es oft zu einer „Abwärtsspirale“, an deren Ende häufig Depressionen, Alkoholabhängigkeit, Medikamentenmissbrauch und eine um bis zu 20mal erhöhte Suizidgefahr stehen. Mittlerweile existieren zuverlässige Diagnosemethoden und erfolgreiche Behandlungsansätze für die Angststörungen. Zugleich ist unser Wissen über die zugrunde liegenden Wirkmechanismen und die effektive Übertragung der Forschungsergebnisse in die klinische Praxis stark gewachsen. In jüngster Zeit sind verstärkt basale Gedächtnis- und Lernprozesse sowie die Förderung von Selbstwirksamkeit und positiver psychischer Gesundheit in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Der Vortrag stellt die wichtigsten Neuentwicklungen dar und gibt praktische Empfehlungen für die therapeutische Arbeit.

Psychotherapie suizidaler Patienten: Mythen vs. Fakten

Referent: PD Dr. Tobias Teismann | Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie, Ruhr-Universität Bochum. Geschäftsführender Leiter des Zentrums für Psychotherapie, Ruhr-Universität Bochum

In Deutschland sterben pro Jahr in etwa 10.000 Menschen an einem Suizid. Die allermeisten Suizide werden im Kontext psychischer Erkrankungen vollzogen. Entsprechend ist die Auseinandersetzung mit Suizidwünschen, -plänen, -versuchen und Suiziden ein häufiges Thema klinisch-therapeutischen Handelns, welches eine besondere klinische, ethische und juristische Verantwortung mit sich bringt. Mythen zum Thema Suizidalität stehen effektivem therapeutischen Handeln jedoch vielfach entgegen. Im Vortrag sollen solche Mythen benannt und konterkariert werden, die für die alltägliche, therapeutische Arbeit von Relevanz sind: Im Einzelnen wird es um Mythen rund um die Risikoabschätzung, Krisenintervention und Psychotherapie suizidaler Patienten gehen.

Schwierige Therapiesituationen

Referentin: Dr. rer. medic. Dipl.-Psych. Sara Zeugmann | Psychologische Psychotherapeutin und Wellness Counselor, New York University Berlin

Schwierige Therapiesituationen sind unweigerlicher Bestandteil des therapeutischen Prozesses. In jeder Therapie treffen verschiedene Personen mit jeweils ganz eigenen Geschichten und Bedürfnislagen aufeinander, welche durchaus zu schwierig empfundenen Situationen führen können. In diesem Symposium werden typische Probleme unseres Faches behandelt, störungsspezifisch und – übergreifend. Nach der Herausarbeitung der Charakteristika schwieriger Situationen, werden praxisnahe konstruktive Lösungswege vorgestellt. Gleichzeitig möchte ich zu Gelassenheit motivieren und für die Wichtigkeit von Selbstfürsorge im Zusammenhang mit herausfordernden Therapiesituationen plädieren.

Veranstaltungsort
Park Hyatt Hamburg
Bugenhagenstraße 8
20095 Hamburg
www.hyatt.com
040 33321234

Teilnahmegebühr
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 200,- Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Für das Symposium werden bei der Landesärztekammer Hamburg 9 CME-Punkte beantragt.

Zeitplan

09:30 – 10:00 Uhr
Akkreditierung und Begrüßung

10:00 – 11:30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. med. Franziska van Hall

11:30 – 11:45 Uhr
kurze Pause

11:45 – 13:15 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Jürgen Margraf

13:15 – 14:00 Uhr
Lunch

14:00 – 15:30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit PD Dr. Tobias Teismann

15:30 – 15:45 Uhr
kurze Pause

15:45 – 17:15 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. rer. medic. Dipl.-Psych. Sara Zeugmann

17:15 – 17:30 Uhr
Verabschiedung