21.03.2020 | Berlin

Stillachhaus-Campus Akademie® Symposium in Berlin

CME Zertifikat

Für das Symposium in Berlin werden 9 CME-Punkte bei der Landesärztekammer Berlin beantragt.

Kognitive Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen

Referentin: Dr. sc. Dipl.-Psych. Eva Kischkel | Hochschulambulanz für Psychotherapie und Psychodiagnostik, Institut für Psychologie, Humboldt Universität zu Berlin

Zwangsstörungen bleiben oft unerkannt, da Betroffene sich für ihr Symptome schämen und nur über die Folgen (Stimmungstiefs, Schlafstörungen, Stresserleben) berichten. Selbst wenn sich Patienten oder Patientinnen Hilfe suchen, dauert es meist bis zu sieben Jahren, bis der oder diejenige eine adäquate Behandlung erhält. Im Vortrag soll die Diagnostik und Therapie bei Zwangsstörungen erläuert werden. Hierbei wird die Praktische Umsetzung der Exposition mit Reaktionsverhinderung im Mittelpunkt stehen.

ACT-Akzeptanz- und Commitment-Therapie – Ein Überblick mit Übungen

Referentin: Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Nicole Bührsch | Psychologische Psychotherapeutin, Fliedner Klinik Berlin

Von Rigidität zur Flexibilität, vom sich besser fühlen zum besser fühlen – damit können wesentliche Aspekte der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) auf in eine kurze Formel gebracht werden. ACT gehört zu den 3. Welle Verfahren der Verhaltenstherapie und ist ein störungsübergreifender Ansatz. ACT schlägt einen Bogen zwischen der nicht bewertenden Annahme inneren Erlebens über die Achtsamkeit und Gegenwärtigkeit im Hier und Jetzt zur Fähigkeit (wieder) engagiert zu Handeln im Sinne der persönlichen, individuellen Werte. ACT bewegt sich weg von einer oft eher defizit-orientierten Symptomreduktion als Mittelpunkt der Therapie und hin zu einer an den individuellen Wertevorstellungen ausgerichteten ganz konkreten Entwicklung von Lebenszielen und daran ausgerichteter Handlungsentwicklung.
Es geht um die selbstfürsorgliche und selbstakzeptierende Annahme auch schwieriger Emotionen und Kognitionen und die Aufgabe von Vermeidung, um ein selbstbestimmtes Leben wieder aufnehmen zu können. Es geht darum, aus dem inneren Aber ein Und machen zu können. In Rahmen des Vortrags werden die wesentlichen Aspekte von ACT und die besondere Haltung gegenüber den Patienten und Symptomen aufgegriffen. ACT ist eine sehr erlebnisorientierte Therapieform, somit ist auch der Vortrag mit der Möglichkeit zur persönlichen Erfahrung verbunden.

Die ADHS im Erwachsenenalter

Referent: Dr. med. Eike Ahlers | Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Charité-Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin

Die ADHS im Erwachsenenalter gilt als viel und kontrovers diskutiertes psychiatrisches und gesellschaftliches Thema. Beschwerden wie Unaufmerksamkeit und Impulsivität werden an Therapeutinnen und Therapeuten sowie Coaches regelhaft herangetragen. Behandelnde stellen bei manchen affektiven Störungen, Suchterkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen ihrer Klientinnen und Klienten den Verdacht, dass hier auch eine ADHS zugrunde liegen könnte. Sie gilt als häufig, doch wenn man fragt (oder Hilfe sucht) kennen sich eher wenig Therapeutinnen und Therapeuten hier sicher aus.
Der Vortrag probiert ein Verständnis für das Störungsbild und die Situation der erwachsenen Betroffenen zu vermitteln. Es wird darauf eingegangen was hier Modediagnose und was psychische Störung sein kann, wo neurobiologische Grundlagen vermutet werden, wie diagnostische Schritte sicher durchgeführt werden können und wie Elemente der Behandlung funktionieren.

Altersdepression: Besonderheiten und Pharmakotherapie

Referent: PD Dr. Arnim Quante | Geschäftsführender Oberarzt, Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Neben kognitiven Störungen gehören depressive Störungen zu den häufigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter. Ungefähr 7% der über 70-jährigen leiden an einer Depression. Eine Reihe von besonderen Lebensumständen sind in dieser Altersgruppe im Vergleich zur jüngeren Bevölkerung hervorzuheben: dazu gehören insbesondere andere körperliche Erkrankungen, Einsamkeit sowie die Veränderung der Wohnsituation. Heimbewohner leider sehe viel häufiger an Depressionen als diejenigen, die in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Die Suizidalität ist im höher Lebensalter insbesondere bei Männern erhöht. Bei zunehmender Lebenserwartung muss mit einem Anstieg der Häufigkeiten gerechnet werden. Dennoch erhalten viele dieser Patienten keine ausreichende Therapie, obwohl eine Behandlung genauso gut möglich ist, wie bei jüngeren Patienten. Die Pharmakotherapie ist neben der Psychotherapie eine wichtige Säule in der Behandlung der Altersdepression. Sie unterscheidet sich nicht in hohem Maße von der Therapie bei jüngeren Patienten, jedoch sind einige altersbedingte Besonderheiten wie die Polypharamzie, physiologische Veränderungen und Interaktionen zu beachten. In dem Vortrag wird genau auf diese spezifischen Anforderungen in der Behandlung der Altersdepression mit einem Schwerpunkt auf die Psychopharmakologie eingegangen.

Veranstaltungsort
Steigenberger Hotel am Kanzleramt Berlin
Ella-Trebe-Straße 5
10557 Berlin
www.steigenberger.com
030 740743-0

Teilnahmegebühr
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 200,- Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Für das Symposium werden bei der Landesärztekammer Berlin 9 CME-Punkte beantragt.

Zeitplan

09:30 – 10:00 Uhr
Akkreditierung und Begrüßung

10:00 – 11:30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. sc. Dipl.-Psych. Eva Kischkel

11:30 – 11:45 Uhr
kurze Pause

11:45 – 13:15 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Nicole Bührsch

13:15 – 14:00 Uhr
Lunch

14:00 – 15:30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. med. Eike Ahlers

15:30 – 15:45 Uhr
kurze Pause

15:45 – 17:15 Uhr
Vortrag und Diskussion mit PD Dr. Arnim Quante

17:15 – 17:30 Uhr
Verabschiedung