17.10.2020 | Hannover

Stillachhaus-Campus Akademie® Symposium in Hannover

CME Zertifikat

Für das Symposium in Hannover werden 9 CME-Punkte bei der Landesärztekammer Niedersachsen beantragt.

Optimismus und Selbstwirksamkeit in der Psychotherapie

Referentin: Dr. med. Franziska van Hall | Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
Ärztliche Direktorin Stillachhaus Privatklinik

Unser menschliches Gehirn gibt in seiner Grundeinstellung negativen Reizen den Vorrang gegenüber neutralen oder positiven Stimuli. Denn Pessimismus hat sich als Grundmuster bezüglich Vorsicht und Überleben in einer gefährlichen Welt in vielerlei Hinsicht als vorteilhaft erwiesen. Dennoch sind es wohl die Optimisten, die länger leben – dies war das Ergebnis einer aktuellen in „Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)“ veröffentlichten Forschungsstudie. Welche Ziele wir uns setzen und ob wir jene auch erreichen, dies hängt maßgeblich von unseren Grundeinstellungen, Sichtweisen und Glaubenssätzen ab. Doch welche Definitionen und Konzepte von Optimismus existieren heute? Welche Faktoren generieren seine lebensverlängernde Wirkung? Ist Optimismus wirklich trainierbar? Im Vortrag werden unterschiedliche Attributionsmuster und Überzeugungen auf den Prüfstand gestellt. Studien haben zudem gezeigt, dass eine optimistischere Einstellung durch einfache therapeutische Techniken und Tools nachhaltig gefördert werden kann. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Selbstwirksamkeitserleben (SWE). SWE und positive Handlungsergebnisse unterstützen sich gegenseitig und können bei der Förderung der positiven Gesundheit psychotherapeutisch wirksam genutzt werden.

Psychische Gesundheit und Krankheit: Mehr als zwei Seiten einer Medaille

Referent: Prof. Dr. Jürgen Margraf | Alexander von Humboldt-Professur für klinische Psychologie und Psychotherapie, Ruhr-Universität Bochum

Psychische Gesundheit wurde traditionell als Abwesenheit von Psychopathologie definiert. Inzwischen ist jedoch klar, dass diese negative Definition unzureichend ist und zum unbefriedigenden Stand der Behandlung psychischer Störungen beiträgt. Elemente psychischer Gesundheit und Krankheit können gleichzeitig vorhanden sein: Sie sind korreliert, aber zumindest partiell unabhängig voneinander und müssen daher gemeinsam erfasst werden. Wie soll jedoch eine positive Definition psychischer Gesundheit aussehen? Trotz vieler Studien zu Glück, Zufriedenheit oder Optimismus blieb deren Rolle für positiv definierte psychische Gesundheit bislang unklar. Neue Ergebnisse aus verschiedenen Kulturen zeigen nun, dass positive psychische Gesundheit einfach und einheitlich erfasst werden kann. Zudem wirken Lebenszufriedenheit, Resilienz, Optimismus, Glück, Selbstwirksamkeit und soziale Unterstützung kulturübergreifend gesundheitsfördernd und puffern zugleich die negativen Auswirkungen von Depression, Angst und Stress ab. Dabei unterscheiden sich Kulturen deutlich: So nehmen etwa in Deutschland psychische Beschwerden mit zunehmendem Alter ab, während sie in Russland ansteigen. Auch persönliche Wertvorstellungen und soziale Faktoren unterscheiden sich z.T. stark und hängen in Bedeutsamer Weise mit der psychischen Gesundheit zusammen. Der Vortrag behandelt die Bedeutung dieser Befunde für die klinische Praxis und für die eigene Lebensführung.

Resilienz nachhaltig stärken: Psychotherapie wirkt über die Generationengrenze

Referentin: Prof. Dr. Silvia Schneider | Dekanin der Fakultät Psychologie, Ruhr-Universität Bochum

Unumstritten ist, dass ein Familienmitglied mit einer psychischen Störung das Risiko für andere Familienmitglieder erhöht, ebenfalls eine psychische Störung zu entwickeln. Eine bisher wenig beachtete Frage ist jedoch was passiert, wenn das erkrankte Familienmitglied durch eine erfolgreiche Behandlung die psychische Störungen zu bewältigen lernt. Der Vortrag widmet sich dieser Fragestellung auf zwei Wegen: (1) Wie wirkt sich die Psychotherapie eines Elternteils „top-down“ auf die Kinder aus? (2) Wie wirkt sich die Psychotherapie eines Kindes „bottom-up“ auf die Eltern aus? Darauf aufbauend wird exemplarisch dargestellt, welche Prozesse an Psycho- therapieeffekten über die Generationengrenze hinweg beteiligt sein könnten. Empfehlungen für die klinische Praxis werden diskutiert.

Wozu das alles? Therapeutische Antworten auf existenzielle Fragen

Referent: Dipl.-Psych. Fabian Chmielewski | Psychologischer Psychotherapeut, Supervisor und Dozent

Sinnstiftende Interventionen wirken sich positiv auf die psychische Gesundheit aus. Dagegen kann der Verlust von Sinn lebensgefährlich sein. Sinnkrisen stellen oft mehr als nur eine Begleiterscheinung psychischer Erkrankung dar: Sie bieten die Chance, die bisherige Lebensführung und die Zukunftsplanung zu überdenken. Sinnstiftende Interventionen können auch außerhalb von krisenhaften Situationen eine Bereicherung sein. Der Vortrag soll TherapeutInnen für existenzielle Themen und die damit verbundenen Chancen sensibilisieren und sie ermutigen, sich in der Behandlung gemeinsam mit ihren PatientInnen auch den größten Fragen des Lebens zu stellen. Geboten wird ein pragmatisches Rahmenmodell, das wissenschaftliche und philosophische Hintergründe verbindet. Schulenübergreifend werden Interventionen für den therapeutischen Alltag abgeleitet.

Veranstaltungsort
Mercure Hotel Hannover Mitte
Postkamp 10
30159 Hannover
www.accorhotels.com
0511 473900

Teilnahmegebühr
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 200,- Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Für das Symposium werden bei der Landesärztekammer Niedersachsen 9 CME-Punkte beantragt.

Zeitplan

09:30 – 10:00 Uhr
Akkreditierung und Begrüßung

10:00 – 11:30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. med. Franziska van Hall

11:30 – 11:45 Uhr
kurze Pause

11:45 – 13:15 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Jürgen Margraf

13:15 – 14:00 Uhr
Lunch

14:00 – 15:30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Silvia Schneider

15:30 – 15:45 Uhr
kurze Pause

15:45 – 17:15 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dipl.-Psych. Fabian Chmielewski

17:15 – 17:30 Uhr
Verabschiedung