17.07.2021 | Nürnberg

Stillachhaus-Campus Akademie Symposium in Nürnberg

Emotion als Schlüssel zur Veränderung – Emotionsfokussierte Therapie (EFT)

Referent: Dr. rer. nat Dipl.-Psych. Moritz Ischebeck | Psychologischer Psychotherapeut, Dozent und Supervisor

Emotionen dienen uns als Kompass. Sie helfen uns zu erkennen, was wir brauchen, um ein erfülltes Leben zu führen. Sie können jedoch auch problematisch werden. So können sich frühere schmerzhafte Erfahrungen negativ auf unser aktuelles Leben auswirken. Auch unsere erlernte Art, mit Emotionen umzugehen, kann uns blockieren und zu psychischen Schwierigkeiten führen. Darum stellt die Emotionsfokussierte Therapie (EFT) als wissenschaftlich fundierter Psychotherapieansatz die Emotionen in den Mittelpunkt therapeutischen Handelns. Sie spiegelt mit diesem Fokus neueste Erkenntnisse der affektiven Neurowissenschaften und der Psychotherapieforschung wider. In einer warmen und wertschätzenden Beziehung helfen Emotionsfokussierte TherapeutInnen ihren PatientInnen, Gefühle wahrzunehmen, in Worte zu fassen, zu verstehen und zu regulieren. Dies hilft bei der Überwindung emotionaler Schwierigkeiten und wird als Motor für Veränderungen des Verstandes und des Handelns gesehen. In dem Vortrag soll ein erster Einblick in die emotionsfokussierte Therapie und dessen Vorgehensweise gegeben werden.

Altersdepression: Besonderheiten und Pharmakotherapie

Referent: PD Dr. med. Arnim Quante | Geschäftsführender Oberarzt, Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Neben kognitiven Störungen gehören depressive Störungen zu den häufigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter. Ungefähr 7% der über 70-jährigen leiden an einer Depression. Eine Reihe von besonderen Lebensumständen sind in dieser Altersgruppe im Vergleich zur jüngeren Bevölkerung hervorzuheben: dazu gehören insbesondere andere körperliche Erkrankungen, Einsamkeit sowie die Veränderung der Wohnsituation. Heimbewohner leider sehe viel häufiger an Depressionen als diejenigen, die in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Die Suizidalität ist im höher Lebensalter insbesondere bei Männern erhöht. Bei zunehmender Lebenserwartung muss mit einem Anstieg der Häufigkeiten gerechnet werden. Dennoch erhalten viele dieser Patienten keine ausreichende Therapie, obwohl eine Behandlung genauso gut möglich ist, wie bei jüngeren Patienten. Die Pharmakotherapie ist neben der Psychotherapie eine wichtige Säule in der Behandlung der Altersdepression. Sie unterscheidet sich nicht in hohem Maße von der Therapie bei jüngeren Patienten, jedoch sind einige altersbedingte Besonderheiten wie die Polypharamzie, physiologische Veränderungen und Interaktionen zu beachten. In dem Vortrag wird genau auf diese spezifischen Anforderungen in der Behandlung der Altersdepression mit einem Schwerpunkt auf die Psychopharmakologie eingegangen.

Expositionsbehandlungen – Wie wirken sie am nachhaltigsten?

Referent: Dr. phil. André Wannemüller | Wissenschaftlicher Mitarbeiter Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Ruhr Universität Bochum

Ihre erwiesene Wirksamkeit bei der Behandlung einer Vielzahl von Störungen machen Expositionsbehandlungen zu einer der größten Erfolgsgeschichten der Kognitiven Verhaltenstherapie. Aber was macht sie eigentlich so erfolgreich? Ihre Wirkmechanismen sind noch immer nicht vollständig aufgeklärt und auch heute noch Gegenstand intensiver Forschungsbemühungen. Aktuelle Befunde unterstreichen vor allem die Relevanz von Erwartungsverletzung und Selbstwirksamkeitserwartungen im Rahmen furchtinhibierender Lernprozesse während der Exposition. Die Akzentuierung dieser kognitiven Prozesse wirkt sich auch auf die therapeutische Gestaltung und Umsetzung moderner Expositionsübungen aus.
Mit einem Schwerpunkt auf Expositionsbehandlungen bei Angst- und Zwangsstörungen werden im Vortrag die postulierten Wirkmechanismen vorgestellt und anhand von Beispielen erläutert, wie vor dem Hintergrund aktueller Forschungsbefunde und jeweiliger zentraler Befürchtungen der Patienten Expositionsübungen so gestaltet werden können, dass sie zu einer möglichst großen Wirksamkeit führen.

Smart Therapy – Digitale Gesundheitsanwendungen in der Psychotherapie

Referent: Dr. Lasse B. Sander, Dipl.-Psych., PP (Verhaltenstherapie)
Psychologischer Psychotherapeut (VT) | Akademischer Rat einer Forschungsgruppe zu E-Mental-Health an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Technologiebasierte Verfahren zur Diagnostik, Behandlung und Prävention von psychischen Störungen finden in den letzten Jahren eine zunehmende Verbreitung. Ende 2020 sind Digitale Gesundheitsanwendungen (DIGA) auch in der psychotherapeutischen Regelversorgung in Deutschland angekommen. Darüber hinaus sind zahlreiche selbstzahlungspflichtige Programme sowie Online-Trainings von einzelnen Krankenkassen im Umlauf. Dabei ist dieses Feld aufgrund einer erheblichen Dynamik und Innovationskraft mit zahlreichen neuen Entwicklungen in kurzer Zeit von einer erheblichen Unübersichtlichkeit geprägt.
Dieser Vortrag gibt einen Überblick über den aktuellen Stand und zukünftige Entwicklungen von DIGA für psychische Störungen und gibt Hilfestellung zu dessen Integration in die psychotherapeutische Praxis. Es werden ausgewählte Interventionsplattformen sowie Apps vorgestellt, der Prozess der Indikationsstellung für DIGA dargestellt sowie deren aktuelle wissenschaftliche Evidenz erörtert.

Buchungscode: Sym 3

Veranstaltungsort
NH Collection Nürnberg City
Bahnhofstraße 17-19
90402 Nürnberg
www.nh-hotels.de
0911 / 99990

Teilnahmegebühr
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 250,- Euro (inkl. MwSt.). Speisen und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Für das Symposium werden bei der Landesärztekammer Bayern 9 CME-Punkte beantragt.

Wissenschaftliche Leitung
PD Dr. med. Arnim Quante

Zeitplan

09:00 – 09:30 Uhr
Akkreditierung und Begrüßung
Frühstückssnack

09:30 – 11:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. rer. nat Dipl.-Psych. Moritz Ischebeck

11:00 – 11:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
kurze Pause
gesunder Energysnack

11:15 – 12:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit PD Dr. med. Arnim Quante

12:45 – 13:30 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
Lunch
3-Gänge-Menü

13:30 – 15:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. phil. André Wannemüller

15:00 – 15:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
kurze Pause
Nachmittagssnack

15:15 – 16:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. Dipl.-Psych. Lasse B. Sander

16:45 – 17:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
Verabschiedung