12.09.2020 | Koblenz

Stillachhaus-Campus Akademie® Symposium in Koblenz

CME Zertifikat

Für das Symposium in Koblenz werden 9 CME-Punkte bei der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz beantragt.

Embodiment – Der Körper im Kopf und der Kopf im Körper

Referent: Prof. Dr. Claas Lahmann | Ärztlicher Direktor, Universitätsklinikum Freiburg, Department für Psychische Erkrankungen, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

In einer sehr umfassenden Form kann Embodiment als die Verkörperung jeglicher Lebensprozesse verstanden werden. Embodiment steht für ein Konzept, das unter anderem die Situiertheit von Kognition sowie die Rolle des Körpers in der Gestaltung des Geistes betont; auch die subjektive Erfahrung, einen Körper zu haben, ist dabei von zentralem Interesse. Während die Bedeutung des körperlichen Bedingungsgefüges für die Dimension des Verhaltens seit jeher unstrittig war, so wird aus der Perspektive des Embodiment auch die enge Verzahnung von Denken und Fühlen mit dem Körper stärker akzentuiert. Wir verhalten uns nicht nur mit unserem Körper, wir denken und fühlen auch mit ihm. Das Embodiment-Konzept bietet somit einen konzeptuellen Rahmen, um die psycho-somatische Parallelität zu fassen.
Die leibliche Dimension in der Psychosomatik geht weit über die Körperbeschwerden bei soma-toformen Störungen hinaus, zumal auch bei vordergründig primär psychischen Störungen wie Ängsten oder depressiven Beschwerden bei näherer Betrachtung meist ein komplexes psycho-somatisches Beschwerdebild geklagt wird.
Das therapeutische Potential des Embodiment-Konzepts liegt in einem körper- bzw. leibzentrierter Zugang und der Nutzung körperpsychotherapeutischer Behandlungsansätze.

Ganz viel Wert – Selbstwerttherapie

Referent: Dipl.-Psych. Sven Hanning | Psychologischer Psychotherapeut, Supervisor und Dozent

Selbstwertprobleme werfen einen langen Schatten auf die Leben der Betroffenen: Sie halten sich für minderwertig, nicht liebenswert, unfähig und erfolglos. Selbstwertprobleme spielen bei zahlreichen psychischen Störungen eine wichtige Rolle und stellen häufig den Kern der Symptomatik dar.
Aber – was ist eigentlich Selbstwert? Woher kommt das Selbstwertgefühl? Wozu brauchen Menschen Selbstwert? Und wie kann man therapeutisch konkret daran arbeiten?
Der Vortrag vermittelt einen Überblick über die wichtigsten Theorien zum Thema und leitet anschaulich praxistaugliche Interventionen in einem pragmatischen Gesamtkonzept ab, um Selbstwertprobleme auf verschiedenen Ebenen zu bearbeiten.
Alle Interventionen verfolgen über verschiedene Zugänge die übergeordneten Therapieziele: die Regeln der Selbstbewertung aufdecken und hinterfragen, ein realistisches, komplexes Selbstbild etablieren, Selbstakzeptanz aufbauen und einen freundlichen Umgang mit sich selbst ermöglichen.

Roboter und Künstliche Intelligenz in unserem Alltag: Vertrauen, Akzeptanz und Erleben

Referent: Dr. Daniel Ullrich | Psychologe und Medieninformatiker, Lehrstuhl für Mensch-Maschine-Interaktion, Ludwig-Maximilians-Universität München

Von Industrie 4.0 über künstliche Intelligenz bis Smart Home: Roboter und digitale Helfer bevölkern immer weitere Felder unseres Alltags und Arbeitslebens. Ausgestattet mit eigener Persönlichkeit und Intelligenz werden sie zu sozialen Interaktionspartnern. Längst ist die Grenze verwischt, mit der man mit Sicherheit einen menschlichen Chat-Partner von einer Maschine unterscheiden konnte. Dieses Spannungsfeld bringt zahlreiche Herausforderungen hervor.
Studien in verschiedenen Bereichen wie z.B. autonomes Fahren zeigen, dass Menschen Technologien oft in hohem Maße vertrauen – und ihnen teilweise auch Fähigkeiten zuschreiben, die über die tatsächlichen Kompetenzen hinausgehen. Aus psychologischer Sicht besonders interessant ist dieser Aspekt, wenn es um emotionale Fragen geht: Sind Roboter genauso gut darin, Emotionen zu erkennen wie ein Mensch? Wem vertrauen wir mehr – Mensch oder Maschine? Und was sind sind die Grundlagen dafür, dass wir Technik vertrauen – oder auch nicht?
Diese und andere Fragen rund um vermeintlich intelligente Technik werden im Vortrag von Daniel Ullrich diskutiert.

Psychologische Resilienz: Grundlagen, Mechanismen und Perspektiven

Referent: M.Sc. David Dubberke | Psychologischer Psychotherapeut Stillachhaus Privatklinik, Resilienz-Coach

Als psychologische Resilienz wird insbesondere die Fähigkeit eines Individuums bezeichnet, sich erfolgreich an Stress, Traumata und Krisensituationen anzupassen. Unserem heutigen Verständnis zufolge unterliegt Resilienz einem prozesshaften Charakter; sie ist dynamisch und damit veränderbar. Doch welche übergeordneten Resilienz-Mechanismen führen in ihrem Zusammenwirken zu einer verlässlichen Vorhersage von Resilienz gegenüber Stressoren? Der Vortrag bietet einen Überblick über die derzeit noch sehr heterogenen wissenschaftlichen Resilienzkonzepte, ausgehend von unterschiedlichen Resilienz-Definitionen über deren Operationialisierung bis hin zur Erfassung eines einheitlichen Resilienzkonstruktes. Auch in Bezug auf die Frage, wie Resilienz als erfolgreiche Bewältigung von Entwicklungsaufgaben am besten trainierbar wird, existiert derzeit noch kein wissenschaftlicher Konsens: Vor dem Hintergrund einer kritischen Reflexion der bisherigen Evidenz solcher Interventioen wird ein Ausblick auf den zukünftigen Forschungsbedarf unter Einbezug notwendiger wissenschaftlicher Standards skizziert. Im Weiteren erfolgt ein Einblick in die praktische resilienzmedizinische Arbeit des Stillachhauses. Trotz der Verschiedenheit der einzelnen Forschungsbefunde ließ sich bereits ein deutlicher Zusammenhang zwischen Resilienz und psychischer Gesundheit z.B. auch bei körperlich Erkrankten zeigen. Parallel zur klinischen psychosomatisch-psychotherapeutischen Arbeit werden daher im Stillachhaus durch gezielte Interventionen bekannte Resilienzfaktoren gefördert, um durch die gewonnene positive Gesundheitskompetenz (Veränderung von Einstellungen und Ansichten, neugewonnene Stärken und Ressourcen sowie Kompetenzen) den Therapieerfolg der Patienten und damit deren Lebensqualität nachhaltig zu stärken.

Veranstaltungsort
Hotel Mercure Koblenz
Julius-Wegeler-Straße 6
56068 Koblenz
www.mercure-koblenz.de
0261 136 0

Teilnahmegebühr
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 200,- Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Für das Symposium werden bei der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz 9 CME-Punkte beantragt.

Zeitplan

09:30 – 10:00 Uhr
Akkreditierung und Begrüßung

10:00 – 11:30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Claas Lahmann

11:30 – 11:45 Uhr
kurze Pause

11:45 – 13:15 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dipl.-Psych. Sven Hanning

13:15 – 14:00 Uhr
Lunch

14:00 – 15:30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. Daniel Ullrich

15:30 – 15:45 Uhr
kurze Pause

15:45 – 17:15 Uhr
Vortrag und Diskussion mit M.Sc. David Dubberke

17:15 – 17:30 Uhr
Verabschiedung