11.09.2021 | Berlin

Stillachhaus-Campus Akademie Symposium in Berlin

Das Symposium am 11.09.2021 in Berlin ist leider abgesagt.

Pharmakotherapie der Depression

Referentin: Dr. med. Francesca Regen, Klinik und Hochschulambulanz für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité – Universitätsmedizin Berlin

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen und gehen mit schwerwiegenden Beeinträchtigungen betroffener Patienten sowie ausgeprägten sozioökonomischen Auswirkungen einher. Die Auswahl des „richtigen“ Antidepressivums stellt in der klinischen Praxis eine große Herausforderung dar, eine zuverlässige Vorhersage des individuellen Behandlungserfolgs ist dabei auch heute noch nicht möglich. In dem Vortrag wird ein aktueller Überblick über das Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil von Antidepressiva und die Pharmakotherapie der Depression gegeben. Dabei wird großer Wert auf den praxisnahen Einsatz gelegt, neben der patientenspezifischen Auswahl liegt der Schwerpunkt auf Kombinationsmöglichkeiten, Interaktionen sowie medikamentösen Strategien bei Therapieresistenz.

Depression ist mehr als nur eine psychische Störung

Referentin: Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Isabella Heuser | Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité -Universitätsmedizin, Berlin

Schon Hippokrates hatte beobachtet, dass der Urin von Melancholikern merkwürdig „süß“ schmecke, heute wissen wir, dass depressive Patienten in der akuten Erkrankungsphase häufiger eine diabetische Stoffwechsellage haben. Auch ist mittlerweile das erhöhte Risiko von Depressiven an einer KHK zu leiden, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleben, gut bekannt. Die meisten epidemiologischen Studien zum Thema kommen zu dem Schluss, dass die „seelische“ Erkrankung Depression mit einem reduzierten „körperlichen“ Gesundheitszustand einhergeht. In den letzten 20 Jahren haben wir uns bemüht zu verstehen, wie dieser Befund zu erklären ist: Faktoren wie ein allgemein ungesunder Lebensstil mancher depressiver Patienten mit zu viel Nikotin und Alkohol, zu wenig Bewegung und Übergewicht taugen nicht für eine erschöpfende Erklärung. Vielmehr wissen wir heute, dass die Depression, der Burn-Out, als sog. Stress-bezogene Erkrankungen akut zu erheblichen Veränderung der Stoffwechsellage führt: die Stress-Hormonachse, die vom Gehirn aus den peripheren Metabolismus steuert, wird aktiviert. Cortisol und Adrenalin werden vermehrt ausgeschüttet, was unter anderem zu einem Blutdruckanstieg, einem beschleunigten Herzschlag und einer verminderten Glukoseverstoffwechselung führt. Gleichzeitig wird eine weitere wichtige und „zentrale“ (vom Gehirn gesteuerte) Hormonachse, die sog. Gonadenachse, in ihrer Aktivität unterdrückt. Das äußert sich durch eine Verminderung der peripheren Geschlechtshormonkonzentrationen, Östrogene und Testosteron mit der möglichen Folge einer vorschnellen Osteoporoseentwicklung bei langjährig depressiven Patienten. Dies nur als einige wenige Beispiele für mein Fazit: Depressionen sind viel mehr als bloße seelische Erkrankungen. Deswegen sollten sie rasch und umfassend behandelt werden!

ACT – Akzeptanz- und Commitment-Therapie – Ein Überblick mit Übungen

Referentin: Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Nicole Bührsch | Psychologische Psychotherapeutin, Fliedner Klinik Berlin

Von Rigidität zur Flexibilität, vom sich besser fühlen zum besser fühlen – damit können wesentliche Aspekte der Akzepttanz- und Commitment-Therapie (ACT) auf in eine kurze Formel gebracht werden. ACT gehört zu den 3. Welle Verfahren der Verhaltenstherapie und ist ein störungsübergreifender Ansatz. ACT schlägt einen Bogen zwischen der nicht bewertenden Annahme inneren Erlebens über die Achtsamkeit und Gegenwärtigkeit im Hier und Jetzt zur Fähigkeit (wieder) engagiert zu Handeln im Sinne der persönlichen, individuellen Werte. ACT bewegt sich weg von einer oft eher defizit-orientierten Symptomreduktion als Mittelpunkt der Therapie und hin zu einer an den individuellen Wertevorstellungen ausgerichteten ganz konkreten Entwicklung von Lebenszielen und daran ausgerichteter Handlungsentwicklung. Es geht um die selbstfürsorgliche und selbstakzeptierende Annahme auch schwieriger Emotionen und Kognitionen und die Aufgabe von Vermeidung, um ein selbstbestimmtes Leben wieder aufnehmen zu können. Es geht darum, aus dem inneren Aber ein Und machen zu können. In Rahmen des Vortrags werden die wesentlichen Aspekte von ACT und die besondere Haltung gegenüber den Patienten und Symptomen aufgegriffen. ACT ist eine sehr erlebnisorientierte Therapieform, somit ist auch der Vortrag mit der Möglichkeit zur persönlichen Erfahrung verbunden.

Operative Psychologie. Theorie, Praxis und Konsequenzen der Psychologie im Ministerium für Staatssicherheit der DDR

Referent: Ass. Prof. Dr. Dr. Martin Wieser | Assistenzprofessor für Theorie und Geschichte der Psychologie an der SFU Berlin

Von 1965 bis zum Zusammenbruch der DDR wurde an der Juristischen Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit in Potsdam-Eiche ein Fach gelehrt, das unter strenger Geheimhaltung stand: Am Lehrstuhl für „Operative Psychologie“ lehrten und beforschten Psychologen im Auftrag des MfS Methoden der Vernehmung, der Kontaktaufnahme mit und Anwerbung von Inoffiziellen Mitarbeitern aus der Bevölkerung sowie Techniken der „Zersetzung“ oppositioneller Gruppen und Personen. Nach der Einführung in die Entstehung und Entwicklung der „Operativen Psychologie“ der Staatssicherheit in der DDR wird im Rahmen des Vortrags auf die psychischen Folgen von Verfolgung und Haft aus Sicht der Betroffenen näher eingegangen. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Rahmen eine psychosoziale, kontextbezogene Perspektive auf Traumatisierungsprozesse, welche die Wechselwirkung von Individuum und Gesellschaft mit integriert.

Buchungscode: Sym 6

Veranstaltungsort
Intercity Hotel Berlin Hauptbahnhof
Katharina-Paus-Straße 5
10557 Berlin
www.intercityhotel.com
030 / 2887550

Teilnahmegebühr
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 250,- Euro (inkl. MwSt.). Speisen und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Für das Symposium werden bei der Landesärztekammer Berlin 9 CME-Punkte beantragt.

Wissenschaftliche Leitung
Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Isabella Heuser

Zeitplan

09:00 – 09:30 Uhr
Akkreditierung und Begrüßung
Frühstückssnack

09:30 – 11:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. med. Francesca Regen

11:00 – 11:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
kurze Pause
gesunder Energysnack

11:15 – 12:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Isabella Heuser

12:45 – 13:30 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
Lunch
3-Gänge-Menü

13:30 – 15:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Nicole Bührsch

15:00 – 15:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
kurze Pause
Nachmittagssnack

15:15 – 16:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Ass.-Prof. Dr. Dr. Martin Wieser

16:45 – 17:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
Verabschiedung