09.05.2020 | Köln

Stillachhaus-Campus Akademie® Symposium in Köln

CME Zertifikat

Für das Symposium in Köln werden 9 CME-Punkte bei der Landesärztekammer Westfalen-Lippe beantragt.

Chronische Schmerzen – Umgang mit dem Ungeliebten

Referent: Dr. med. Colin Schmidt | Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Facharzt für Anästhesiologie, Chefarzt Stillachhaus Privatklinik

Mehr als 12 Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Schmerzen. Auch im Zeitalter der Hochleistungsmedizin dauert es nicht selten mehrere Jahre bis zur korrekten Diagnosestellung und Initiierung einer adäquaten Therapie. Chronische Schmerzstörungen sind daher ein großes gesellschaftliches Problem in Deutschland – das für Betroffene und deren Angehörige oft ein schweres Leiden und für die Medizin eine enorme Herausforderung darstellt. Häufig fühlen sich nicht nur Betroffene, sondern auch Helfende überfordert und hilflos, was immer wieder zu unnötigen, z.T. auch schädigenden diagnostischen Maßnahmen, Medikamenten-Verordnungen und invasiven Therapien führt. Darüber hinaus erleben sich viele der chronischen Schmerzpatienten in unserem Medizinsystem nicht genügend ernst genommen bzw. von ihrem sozialen Umfeld nicht ausreichend verstanden, was in einer Negativspirale aus Resignation, sozialen Rückzugstendenzen und weiterer Schmerzverstärkung, aber auch psychischen Komorbiditäten wie Medikamentenmissbrauch und Depression münden kann.
Auf der anderen Seite hat sich das Wissen hinsichtlich multifaktorieller Prozesse der Schmerzchronifizierung – mit Wechselwirkungen zwischen somatischen, psychischen und sozialen Faktoren – sowie erfolgreicher Behandlungsmethoden deutlich erweitert. Neben modernen Therapieansätzen beschäftigt sich der Vortrag auch mit wichtigen kommunikativen Aspekten, Erwartungs-, Placebo- bzw. Noceboeffekten und gibt praktische Empfehlungen für einen vertrauensfördernden und hilfreichen Umgang mit chronischen Schmerzpatienten.

Die ADHS im Erwachsenenalter

Referent: Dr. med. Eike Ahlers | Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Charité-Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin

Die ADHS im Erwachsenenalter gilt als viel und kontrovers diskutiertes psychiatrisches und gesellschaftliches Thema. Beschwerden wie Unaufmerksamkeit und Impulsivität werden an Therapeutinnen und Therapeuten sowie Coaches regelhaft herangetragen. Behandelnde stellen bei manchen affektiven Störungen, Suchterkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen ihrer Klientinnen und Klienten den Verdacht, dass hier auch eine ADHS zugrunde liegen könnte. Sie gilt als häufig, doch wenn man fragt (oder Hilfe sucht) kennen sich eher wenig Therapeutinnen und Therapeuten hier sicher aus.
Der Vortrag probiert ein Verständnis für das Störungsbild und die Situation der erwachsenen Betroffenen zu vermitteln. Es wird darauf eingegangen was hier Modediagnose und was psychische Störung sein kann, wo neurobiologische Grundlagen vermutet werden, wie diagnostische Schritte sicher durchgeführt werden können und wie Elemente der Behandlung funktionieren.

Der große Schwindel – zur Psychosomatik der Gleichgewichtsstörungen

Referent: Prof. Dr. Claas Lahmann | Ärztlicher Direktor, Universitätsklinikum Freiburg, Department für Psychische Erkrankungen, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Schwindel ist eines der häufigsten Leitsymptome in der Allgemeinmedizin und Neurologie – nahezu jeder dritte Mensch leidet im Lauf seines Lebens unter beeinträchtigendem Schwindel. Auch in der Psychosomatischen Medizin nimmt der Schwindel eine prominente Stellung ein: Rund 30-50% der komplexen Schwindelerkrankungen fallen als organpathologisch nicht ausreichend erklärbare Beschwerden in das Spektrum der somatoformen Störungen. Generell können bei somatoformen Schwindelerkrankungen alle Schwindelqualitäten und -symptome auftreten, so dass die diagnostische Einordnung sehr herausfordernd bleibt. Eine interdisziplinäre Diagnostik ist dementsprechend von hohem Stellenwert für eine optimale Behandlungsplanung. Dabei gilt es zum einen, eine frühzeitige psychosomatisch-psychotherapeutische Basis-Diagnostik als integralen Bestandteil im diagnostischen Prozess zu etablieren. Die multimodale störungsorientierte Therapie von Schwindelbeschwerden, die sich empirisch als effektiv erwiesen hat, umfasst neben verbalen Therapiebausteinen auch körpertherapeutische und vor allem psychoedukative Elemente, die auf therapeutischer Seite auch profunde Kenntnisse über die neurophysiologischen Grundlagen von Schwindelsensationen voraussetzen.

Selbstwert 2.0: Wie Hindernisse auf dem Weg zu einem stärkeren Selbstwert bewältigt werden

Referentin: PD Dr. Friederike Potreck | Psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin, Privatdozentin

Nach einer Einführung in das therapeutische Konzept zur Steigerung und Stärkung des Selbstwerts (s. dazu auch: F. Potreck-Rose: Von der Freude den Selbstwert zu stärken. Stuttgart: Klett-Cotta) wird die Arbeit an den typischen Hindernissen und Stolperfallen beim Selbstwertaufbau vertieft. Erfahrungsgemäß kommt die Selbstwertarbeit immer wieder ins Stocken oder gar zum Stillstand, wenn es um die Grundbedingungen der Selbstakzeptanz und Selbstfürsorge geht: anerkennen, was ist; perfektionistische Ideale aufgeben; Geduld mit sich haben; konsequent und beharrlich sein; kurzfristig unangenehme Veränderungen in Kauf nehmen; Energie aufbringen…
Methodisch geht es darum, den therapeutischen Blick zu schärfen für die elementaren Anforderungen an die Selbstreflexion und Selbstmodifikation wie auch an die Motivation und die Veränderungsbereitschaft unserer Klienten und Patienten. Praktisch wird dies anhand typischer Sackgassensituationen und deren Auflösung veranschaulicht.

Veranstaltungsort
Hotel Hilton Cologne
Marzellenstrasse 13-17
50668 Köln
www.hiltonhotels.de
0221 13071-0

Teilnahmegebühr
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 200,- Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Für das Symposium werden bei der Landesärztekammer Nordrhein 9 CME-Punkte beantragt.

Zeitplan

09:30 – 10:00 Uhr
Akkreditierung und Begrüßung

10:00 – 11:30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. med. Colin Schmidt

11:30 – 11:45 Uhr
kurze Pause

11:45 – 13:15 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. med. Eike Ahlers

13:15 – 14:00 Uhr
Lunch

14:00 – 15:30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Claas Lahmann

15:30 – 15:45 Uhr
kurze Pause

15:45 – 17:15 Uhr
Vortrag und Diskussion mit PD Dr. Friederike Potreck

17:15 – 17:30 Uhr
Verabschiedung