02.10.2021 | Hamburg

Stillachhaus-Campus Akademie Symposium in Hamburg

Altersdepression: Besonderheiten und Pharmakotherapie

Referent: PD Dr. med. Arnim Quante | Geschäftsführender Oberarzt, Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Neben kognitiven Störungen gehören depressive Störungen zu den häufigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter. Ungefähr 7% der über 70-jährigen leiden an einer Depression. Eine Reihe von besonderen Lebensumständen sind in dieser Altersgruppe im Vergleich zur jüngeren Bevölkerung hervorzuheben: dazu gehören insbesondere andere körperliche Erkrankungen, Einsamkeit sowie die Veränderung der Wohnsituation. Heimbewohner leider sehe viel häufiger an Depressionen als diejenigen, die in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Die Suizidalität ist im höher Lebensalter insbesondere bei Männern erhöht. Bei zunehmender Lebenserwartung muss mit einem Anstieg der Häufigkeiten gerechnet werden. Dennoch erhalten viele dieser Patienten keine ausreichende Therapie, obwohl eine Behandlung genauso gut möglich ist, wie bei jüngeren Patienten. Die Pharmakotherapie ist neben der Psychotherapie eine wichtige Säule in der Behandlung der Altersdepression. Sie unterscheidet sich nicht in hohem Maße von der Therapie bei jüngeren Patienten, jedoch sind einige altersbedingte Besonderheiten wie die Polypharamzie, physiologische Veränderungen und Interaktionen zu beachten. In dem Vortrag wird genau auf diese spezifischen Anforderungen in der Behandlung der Altersdepression mit einem Schwerpunkt auf die Psychopharmakologie eingegangen.

Einsamkeit in der modernen Welt – Trends und Möglichkeiten

Referentin: Prof. Dr. Sonia Lippke | Professorin für Gesundheitspsychologie und Verhaltensmedizin, Jacobs University Bremen

Unter dem Begriff Einsamkeit versteht man das subjektive Leiden unter Alleinsein und das Gefühl, nicht verstanden zu werden oder Resonanz zu vermissen. Auch wenn die Einsamkeit in der Bevölkerung nicht ansteigt, so nimmt doch das Interesse am Thema und darüber zu sprechen zu. Dies bietet viele Chancen, denn die Angst vor Alterseinsamkeit beschäftigt viele Menschen und auch die Frage nach veränderter Kommunikation stellt soziale Bindungen und Interaktionen in Frage. Maßnahmen gegen Einsamkeit sind sowohl sozial als auch ökonomisch sinnvoll. So konnte gezeigt werden, dass sich gezielte Angebote rechnen: Jedes hierfür investierte britische Pfund entlastete öffentlichen Kassen an anderer Stelle um 1,26 Pfund – zum Beispiel im Gesundheitswesen. Denn Einsamkeit kann krank machen – und sie kann auch ansteckend sein. Das klingt zunächst merkwürdig, denn einsam zu sein bedeutet ja in der Regel, wenig Kontakt mit anderen Menschen zu haben. In unserem digitalen Zeitalter verbreiten sich die Folgen von Einsamkeit jedoch über soziale Netzwerke. Viele Menschen, denen es an zwischenmenschlicher Resonanz fehlt, verstricken sich zunehmend in die eigene Gedankenwelt. Einige finden im Internet und Sozialen Medien Hilfe, viele jedoch bestärken sich dort auch gegenseitig in ihren negativen Emotionen. Denn im Gegensatz zum Alleinsein geht Einsamkeit oft mit dem Gefühl einher, ausgegrenzt zu sein. Dies wiederum schwächt das Selbstwertgefühl und macht Menschen anfälliger. Wie Ärzte und Psychologen damit umgehen können, das wird in diesem Beitrag näher beleuchtet und mit den Zuhörern interaktiv diskutiert.

Von der Facebook-Nutzung zur Facebook-Sucht

Referentin: PD Dr. Julia Brailovskaia | Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit,
Fakultät für Psychologie, Lehrstuhl Klinische Psychologie und Psychotherapie,
Ruhr-Universität Bochum

Die Nutzung von sozialen Online-Plattformen, wie Instagram und Twitter, gehört zum heutigen Alltag von vielen Menschen weltweit. Neben den vielfältigen Möglichkeiten zur Selbstdarstellung bieten die Plattformen ihren Mitgliedern die unterschiedlichsten Funktionen, um sich zeit- und ortsunabhängig miteinander online zu verbinden und soziale Interaktion zu betreiben. Trotz der offensichtlichen Vorteile kann die Nutzung schwerwiegende negative Konsequenzen für die psychische Gesundheit haben, die den meisten Menschen nicht bewusst sind. Insbesondere die positiven Erfahrungen von Freude und sozialer Unterstützung durch das Eintauchen in die Online-Welt können die Entwicklung einer suchtartigen Bindung an die Plattformen begünstigen. Im Rahmen des Vortrags wird am Beispiel der aktuell größten und populärsten sozialen Plattform Facebook der Weg von der Nutzung bis zur Entwicklung der suchtartigen Merkmale erläutert. Dabei werden aufbauend auf dem neusten Stand der Forschung die Risikofaktoren, die diese Entwicklung begünstigen sowie ihre schädigenden Konsequenzen für die psychische Gesundheit vorgestellt. Abschließend werden Faktoren behandelt, die zu einem kompetenten Umgang mit sozialen Plattformen und somit auch zum Schutz der psychischen Gesundheit im Zeitalter der digitalen Revolution beitragen können.

Ist Achtsamkeit eine Modeerscheinung oder ein tragendes Konzept?

Referent: Dipl.-Psych. Kai Bestmann | Heilpraktiker für Psychotherapie, Vorstand Mensa Deutschland, National Supervisory Psychologist (NSP), MBSR Trainer

Die Wurzeln der Achtsamkeit liegen nicht nur im Buddhismus, sondern nahezu alle großen Religionen haben eigene Ansätze der Achtsamkeit entwickelt, deren Ideen sich verblüffend ähneln. Die Praxis der Achtsamkeit zeigt positive gesundheitliche Effekte bei vielen körperlichen und psychischen Störungen. Es wird zunehmend deutlich, dass die drei Achtsamkeits-Komponenten Aufmerksamkeit, Meta-Kognition und Gefühlsregulation unterschiedliche Effekte erzeugen. Somit können gezielt Programme für einzelne Störungsbilder entwickelt werden. Neueste Forschungen zeigen entsprechende spezifische und substanzielle Veränderungen in der Hirnstruktur von Praktizierenden.

Buchungscode: Sym 8

Veranstaltungsort
Hotel Hafen Hamburg
Seewartenstraße 9
20459 Hamburg
www.hotel-hafen-hamburg.de
040 / 311 13 – 0

Teilnahmegebühr
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 250,- Euro (inkl. MwSt.). Speisen und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Für das Symposium werden bei der Landesärztekammer Hamburg 9 CME-Punkte beantragt.

Wissenschaftliche Leitung
PD Dr. med. Arnim Quante

Zeitplan

09:00 – 09:30 Uhr
Akkreditierung und Begrüßung
Frühstückssnack

09:30 – 11:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit PD Dr. med. Arnim Quante

11:00 – 11:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
kurze Pause
gesunder Energysnack

11:15 – 12:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Sonia Lippke

12:45 – 13:30 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
Lunch
3-Gänge-Menü

13:30 – 15:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit PD Dr. Julia Brailovskaia

15:00 – 15:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
kurze Pause
Nachmittagssnack

15:15 – 16:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dipl.-Psych. Kai Bestmann

16:45 – 17:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung des Fragebogens
Verabschiedung